Gemeinsam gegen Essstörungen

 

Merkmale und Symptome bei Essstörungen – Bulimie‎ – Magersucht

Hunger haben, sich aufs Essen freuen, danach wohlig Sattsein und sich dann anderem zuwenden: Solche Erfahrungen sind Menschen mit Essstörungen verloren gegangen. Nicht das Elternhaus macht krank und auch die Betroffenen sind nicht schuld. Essstörungen sind komplexe Erkrankungen und können sich zu schweren psychischen Erkrankungen entwickeln. Dieses Buch der Stiftung Warentest erklärt einfühlsam, wieso das so ist und was man selbst als Betroffene, Betroffener oder Angehöriger tun kann, welche Warnzeichen es gibt und wie sich welche Störung zeigt. Sie erfahren, wie man zur Therapie motivieren kann und wo es Hilfe gibt. Einfache Lösungen gibt es nicht: Dieser einfühlsame Ratgeber aber kann ein Anfang sein.

 

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Bulemie – Merkmale und Symptome

Bulimie-Betroffene sind meist normalgewichtig, können aber auch unter- oder übergewichtig sein. Das typische Merkmal sind Heißhungerattacken nach denen sogenannte gegenregulatorische Maßnahmen ergriffen werden, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden: Hierzu zählen selbstinduziertes Erbrechen, Hungern, extreme Diäten, exzessiver Sport, der Missbrauch von Laxanzien (Abführ-) und Brechmitteln.

Die Essanfälle treten unterschiedlich häufig auf, wobei die Häufigkeit auch im Störungsverlauf variieren kann— zwischen zwei Ess-Brech-Attacken können mehrere Wochen liegen, das Essen und anschließende Erbrechen kann auch mehrmals täglich erfolgen. Als Auslöser für den Heißhunger gelten emotionale Faktoren, psychischer Stress, Unzufriedenheit mit der eigenen Person, starke Gefühle von Verlassenheit. Später wird der Heißhunger über das Energiedefizit, das durch die gegenregulatorischen Maßnahmen wie Hungern und Erbrechen entsteht, mit ausgelöst und weiter verstärkt. Während der Essanfälle haben die Betroffenen das Gefühl, die Kontrolle über sich selbst und über die Nahrungsmengen, die sie zu sich nehmen, zu verlieren. Die Essanfälle können aber auch geplant stattfinden.

Gründe für das anschließende Erbrechen sind vor allem die Angst vor einer möglichen Gewichtszunahme sowie Scham über den eigenen Kontrollverlust/das eigene Versagen. Die Nahrungsmenge kann im Magen auch ein unangenehmes Völlegefühl und Schmerzen verursachen, sodass das anschließende Erbrechen erleichternd wirkt. Durch diesen Wechsel zwischen Hungern und Essen mit anschließendem Erbrechen, Abführen oder Abtrainieren hat die Bulimie auch den Namen Ess-Brech-Sucht.

Die Ess-Brech-Sucht beginnt oft in einem wenig höheren Alter als die Magersucht, etwa mit 17 oder 18 Jahren. In der Vorgeschichte der Betroffenen kann eine Magersucht bestehen. Der Übergang kann zu einem Zeitpunkt stattfinden, wenn bezogen auf das Gewicht und Essverhalten, eine Remission der Symptome der Magersucht erzielt wurde, die Patientin/der Patient demnach wieder begonnen hat, mehr oder regelmäßiger zu essen. Die Betroffenen leiden meistens unter einer gestörten Selbstwahrnehmung und/oder einer Körperschemastörung (Dysmorphophobie). Im Gegensatz zu der Anorexia nervosa befindet sich das selbst gesetzte Gewichtslimit im Bereich des unteren Normal- oder leichtem Untergewichts. Die Betroffenen empfinden sich häufig nur bei Normalgewicht als „zu dick“. Kennzeichnend ist die übergroße Angst vor einer Gewichtszunahme, selbst bei kleineren Gewichtsschwankungen. Die Ursachen der Bulimie ähneln denen der Magersucht. Nicht selten geht der Bulimie eine anorektische Phase voraus oder wechselt sich mit Phasen der Magersucht ab.

Mehr dazu findest Du hier: de.wikipedia.org/wiki/Bulimie

Geheilt von Bulimie und mehr…

Begonnen hat alles im Frühjahr 2004. Toni, mein damaliger Freund, erzählte mir mal wieder, dass es einen Gott gibt, der an uns interessiert sei und dem es gar nicht gefalle, wie wir leben und wir so nicht errettet wären. Ich kannte das alles schon. Immer wieder jammerte er kurz, änderte aber doch nichts an seinem Leben. Ich hatte danach immer ein schlechtes Gewissen, obwohl mir der Glaube an Gott mehr als fern lag. Also beschloss ich spontan, Toni herauszufordern: „Wir probieren es aus, Gott zu vertrauen, und wenn nichts passiert, ist das Thema ein für alle mal erledigt!” Ich war mir sicher, dass Toni ziemlich schnell begreifen würde, dass es keinen Gott gibt, oder dass dieser zumindest kein Interesse an uns hat und in keiner Weise in unser Leben eingreifen würde.

Falsch gedacht! Er war schon lange am Werk, er zog an mir und Toni. Toni war von meinem plötzlichen Einlenken zwar etwas irritiert, doch er nahm sich einige Tage Zeit im Wald nur für sich und Gott. Er bekannte seine Fehler, hörte auf zu rauchen, zu kiffen, zu trinken, schmiss seine gesamte Musiksammlung weg, da diese Götzen ihn von Gott trennten. Er war entschlossen, nicht noch einmal halbe Sache mit seinem Gott zu machen und begann, ihn von ganzem Herzen zu suchen. Ich wusste, dass Toni radikal vorgehen würde und wusste auch teilweise, was dies für mich bedeuten würde: keine gemeinsamen Nächte mehr, keinen Sex mehr, Fernsehen, Kino ade, keine ausschweifenden Abende mehr mit Alkohol und Zigaretten, und vor allem würde das Ganze für mich einmal mehr bedeuten, meine Bulimie zu bekämpfen. Wie oft hatte ich das schon versucht!

Inzwischen litt ich seit mehr als sieben Jahren an einem gestörten Essverhalten. Ich aß entweder nichts oder alles, erbrach bis zu acht mal am Tag und wog unter 45 kg. Mein ständiger Begleiter war das Lügen und die Angst, erkannt zu werden. Wie hab ich mich verachtet, nie war ich mit mir selbst zufrieden, wollte immer alles richtig machen. Ich hab mich so angestrengt, jemand zu sein, der ich eigentlich gar nicht war. Ich wollte unverwundbar, stark, attraktiv und immer erfolgreich sein, Zeit für alle haben, allen helfen und keine Fehler machen. Meine Ziele steckte ich immer höher als nötig, nur um mich selbst zu demütigen und mich erneut als Verlierer zu erleben. Ich fühlte mich leer, erschöpft und ausgezehrt. Ich weinte viel und wusste, dass alle, die mich zu mögen, mich eigentlich gar nicht kannten. Ich hasste mich für diese Maskerade, mein ewiges Versteckspiel, und dennoch hatte ich unendliche Angst davor, dies alles aufzugeben, mich zu ergeben und echt zu werden. Nein, ich wollte nicht öffentlich bekennen, dass mein Leben und ich nicht so toll sind wie alle denken. Also musste ich durchhalten. Die Bulimie hatte ich längst akzeptiert – als Nebenwirkung sozusagen. Was habe ich nicht alles versucht: Therapien, Krankenhausaufenthalte, Selbsthilfegruppen, Hypnose, Bachblüten, Magische Steine, psychologische Beratung, Ergo- und Bewegungstherapien, Entspannungsübungen, Meditationen, Reflexzonen-Massage, Medikamente und Antidepressiva, Diät- und Essenspläne.

Langsam begriff ich, was alle damit meinten, wenn sie sagten: „Bulimie ist unheilbar, aber du kannst lernen, damit zu leben!” Aber lebte ich wirklich??? Die hatten ja keine Ahnung! Auch Toni wusste wohl nicht, was es für mich bedeutete, wenn er sagte: „Nur Gott kann dich frei machen!” Er legte mir damit erneut den Leistungsdruck auf meine Schultern, frei zu werden. Also gab ich mir Mühe: Ich rauchte weniger, las in der Bibel, bekannte Abend für Abend dieselben Sünden (fressen und brechen) und versuchte mich im Beten ? natürlich laut! Mit dem Ergebnis, dass ich mir innerhalb von einer Woche noch verlogener vorkam. Ich wurde sauer auf Gott, auf Toni und mehr noch auf mich! Ich hatte es nicht verstanden, dass nicht ich mich anstrengen musste, sondern dass Jesus das schon für mich getan hatte!

An einem Abend begann ich, Gott lautstark anzuschreien, was dieser „Mist” sollte, warum er so viel von mir verlangen würde usw. Ich war so richtig wütend. Alles, was sich in den letzten Jahren aufgestaut hatte, kam in mir hoch. Plötzlich spürte ich, wie Jesus zu mir sprach. Er sagte, dass nicht er mich in all dies hineingebracht hätte, sondern dass es der Teufel wäre und ich meinen Zorn an die falsche Adresse richtete. Was war das? Ich war total verwirrt. Dass es einen Gott geben sollte, konnte ich ja so gerade eben noch akzeptieren, aber dass es einen Teufel geben sollte, das war zu viel! Nach kurzer Überlegung dachte ich mir: Verrückt bist du eh schon, was soll es also, und mein Zorn war nach wie vor da. Also schrie ich den Teufel an und endete damit, dass er mich gefälligst in Ruhe lassen sollte. Da kam ein unbegreiflicher Frieden über mich. Ich schlief sofort ein und wusste, dass das Kapitel Bulimie abgeschlossen war.

Tatsächlich, es war vorbei! Doch die eigentliche Arbeit begann jetzt erst. Gott reinigte und erneuerte mich von Grund auf und legte seinen Finger heilend auf alle Wunden. Der Prozess zu verstehen, dass ich selbst nichts bin und er alles, ist nicht immer einfach. Oft tut diese Erkenntnis auch weh. Aber Gott ist groß und stets an der Arbeit.

Wir fanden eine kleine Gemeinde. Etwa zwei Monate nach unserer holprigen Entscheidung für ein Leben mit Jesus haben Toni und ich uns taufen lassen. Ich wurde beziehungsfähig und 1,5 Jahre später heirateten wir. Nur zwei Monate später hat Gott uns mit dem Beginn eines neuen werdenden Lebens beschenkt. Im September ist es soweit, wir werden Eltern. Uns geht es sehr gut und jeden Tag ein Stückchen besser, allein weil Jesus Christus uns erkannt, uns zu sich gezogen und unser komplettes Leben verändert hat!

Anne Bast


(Quelle: clw-bonn.de )

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Magersucht

Die meisten Erkrankten leiden an einer Körperschemastörung: Sie nehmen sich trotz Untergewichts als zu dick wahr. Ihr Selbstwertgefühl hängt nicht nur von allgemeinen Leistungen in Beruf, Hobby oder Privatleben, sondern besonders stark auch von der Fähigkeit ab, das Körpergewicht kontrollieren zu können. Die Gedanken der Kranken sind eingeengt und kreisen stets um die Themen Ernährung, Gewicht und Körperschema.„Die anorektische Frau lehnt das Essen ab und beschäftigt sich doch mehr damit als die meisten Gourmets. […] Sie lehnt ihren Körper ab, konzentriert sich jedoch in all ihrem Denken und Handeln auf ihn. […] Sie will selbstständig und unabhängig sein, verhält sich jedoch so, dass ihre Interaktionspartner sie nahezu zwangsläufig kontrollieren.“– Alexa Franke: Wege aus dem goldenen Käfig – Anorexie verstehen und behandeln.Das Kennzeichen der Anorexia nervosa ist die selbst herbeigeführte Gewichtsabnahme, die durch Verminderung der Nahrungsaufnahme erreicht wird, wobei besonders Nahrungsmittel, die als „fett machend“ angesehen werden, weggelassen werden. Es gibt auch einen der Bulimia nervosa ähnlichen „Purging-Typ“ der Anorexia nervosa (engl.: to purge = abführen).[8] Die an diesem Typ Erkrankten beschleunigen ihre Gewichtsabnahme durch selbst ausgelöstes Erbrechen, missbräuchliches Einnehmen von Appetitzüglern, Laxantien (Abführmitteln) oder Diuretika, Verwendung von Klistieren oder exzessive sportliche Betätigung. 

 

Mehr dazu findest Du hier: de.wikipedia.org/wiki/Magersucht

 

 

Quelle: http://de.wikipedia.org

 

 

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